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Die Fotografie auf dem Lande

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Die Menschen auf dem Land waren bereits ein Thema der Fotografie des 19. Jahrhunderts gewesen, aber zur keiner Zeit ist das Land so in das Interesse der Fotografen gerückt wie nach dem Ende des Ersten Weltkrieges.

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Säcke flicken, 1938

Neue Kameras und kostengünstigere Kleinbildfilme hatten die Herstellung von Bildern in den 1920er und 1930er Jahren erschwinglicher gemacht. Die Verbreitung von Fotos in illustrierten Zeitschriften hatte die Fotografie gleichzeitig zu einem wirklichen Massenmedium gemacht. Neue Stilrichtungen wie die Fotografie der Neuen Sachlichkeit, versuchten bildnerische Antworten auf eine zunehmend technisch geprägte Umwelt zu geben und hatten dabei eine eigenständige fotografische Ästhetik herausgebildet. Großstadt, Technik und Industrie, aber eben auch ländliches Leben und Arbeiten wurden neu als Themen entdeckt. Dieser Blick zurück in die "gute alte Zeit" inmitten der unaufhaltsam fortschreitenden Moderne hatte seine Ursache in einem tiefen Misstrauen gegenüber der neuen Zeit.

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Milchfuhre, um 1930

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war diese Verunsicherung aufgekommen und hatte sich mit der Verarmung und Desillusionierung, die auf die Niederlage des Ersten Weltkriegs folgten, noch verstärkt. Unter den Nationalsozialisten erfuhr diese nostalgische Sicht eine weitere Radikalisierung, indem im Bauerntum die rassenreinen germanischen Wurzeln gesucht und propagiert wurden. Es lag im widersprüchlichen Charakter dieser zwischen Traditionalismus und Moderne hin und her gerissenen Zeit, dass sie für die Verbreitung traditioneller Klischees moderne Medien verwenden konnte.

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Winterlandschaft, o.J.

Die massenhafte Verbreitung dieser Bilder in illustrierten Zeitschriften und Büchern machte dies möglich. Der stark expandierende Zeitschriftenmarkt und das Medium der populären Fotobildbände wie "Land und Leute" oder die "Blauen Bücher" befriedigten ein gesteigertes Bedürfnis nach Bildern und wandten sich in hohen Auflagen an ein Massenpublikum.

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