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Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Zeit der Weimarer Republik

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Der Frieden, der nach dem militärischen Zusammenbruch des Ersten Weltkrieges und der Flucht des Kaisers in Deutschland einzog, war im Inneren nicht von Dauer. Die weitere politische Entwicklung blieb von schweren Krisen gekennzeichnet.

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Gedenkmarsch an den
Spartakusaufstand, um 1930

Auf die Niederlage folgte im November 1918 die Ausrufung der deutschen Republik. Daraufhin kam es in der Folgezeit zu schweren Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen kommunistischen Aufständischen und rechtsradikalen Putschisten, die das niederschmetternde Ergebnis des mehr als vierjährigen Krieges nicht akzeptieren wollten. Im März 1920 erreichten diese vom nahen Ruhrgebiet ausgehenden Gefechte auch Raesfeld. Bei den mit äußerster Brutalität geführten Kämpfen verloren annähernd 60 Rotarmisten in den Straßen des Dorfes und der unmittelbaren Umgebung ihr Leben.

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Gedenkfeier für einen
Freikorpsoldaten, 1939

Die Sympathien der Raesfelder waren unzweideutig auf Seiten der Freikorpsverbände, die schon damals offen das Hakenkreuz am Stahlhelm trugen. Der Kampf für Revolution und Freiheit, den die Ruhrgebietsarbeiter auf ihre Fahnen geschrieben hatten, stieß hier auf tiefes Unverständnis. In einer frühen Aufnahme vom Beginn der 1930er Jahre hat Ignaz Böckenhoff einen Gedenkmarsch der Kommunistischen Partei im Bild festgehalten, der an die unglücklichen Bürgerkriegstoten erinnerte.

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Soldat auf der Landstraße, 1940

Die Weimarer Republik, die sich zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus kaum 15 Jahre zu halten vermochte, leitete trotz aller wirtschaftlichen Krisenerscheinungen eine breite gesellschaftliche Modernisierung und Demokratisierung in Deutschland ein, die bald alle Lebensbereiche erfasste und dabei auch das stadtferne Land nicht aussparte. Information und Kommunikation durch Radio und Presse nahmen zu, die Motorisierung versetzte die Menschen in die Lage zu reisen, wobei die Entdeckung anderer Lebensformen für viele etwas grundlegend Neues bedeutete. Im Kontext dieser Strukturwandlungen änderten sich auch die ästhetischen Standards der Kunst in allen ihren Ausformungen. Insbesondere die Fotografie der Neuen Sachlichkeit ist als Ausdruck dieses Modernisierungsprozesses zu verstehen.


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